Mitgliederrundbriefe

Jahresendbrief 2016

Liebe Freunde und Förderer des Ernst-Barlach Theaters

Barlach Wanderer

Ernst Barlach, Wanderer im Wind (1934, Holz) © Archiv Ernst Barlach Stiftung Güstrow mit freundlicher Genehmigung

In diesem Jahr grüße ich Sie mit einer Skulptur des Namensgebers unseres Theaters zum Weihnachtsfest. Paul Schurek, ein Zeitgenosse Ernst Barlachs drückte in einem Brief vom 18. 3. 1934 aus, was er beim Anblick des „Wanderers im Wind“ empfand: …“unbeirrt ging der Mann im Mantel seinen Weg durch Wind und Wetter, ein Sieg auch er, Triumph über die Widerstände eines bösen Jahres“. „Barlachs bewusste Widersetzlichkeit hält sich hier versteckt“.

Möge uns diese Skulptur in einer Zeit von Kriegen, Hass und Gewalt ermutigen unbeirrt und voller Zuversicht unseren Weg zu gehen.

Als Theaterförderverein wollen wir Zeichen setzen und deutlich machen, wofür wir stehen. So haben wir, wie auch schon 2014, am Welttag der kulturellen Vielfalt eine Veranstaltung unter dem Motto: Tür auf! Theater für Toleranz, Freiheit und Solidarität organisiert.

Wir luden ein zu Liedern, Texten und Musik. Diese wurde vorgetragen von Schülern und Erwachsenen, Einheimischen und Migranten, von Gruppen und Einzelnen. Es war eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung mit Mitwirkenden aus Armenien, Iran, Vietnam, Syrien, Schwerin, Gülzow, Güstrow, Bad Doberan und Schwaan.

Beeindruckend waren die Beiträge von 3 Schülern aus Vietnam und Iran auf dem Klavier aber auch die Lieder eines Chores der Grundschule Schwaan. Eine Gruppe Iranischer Männer sang Lieder ihrer Heimat begleitet mit landes-typischen Instrumenten. Ein armenischer Geiger, der aufgrund der Umstände 15 Jahre keine Geige gespielt hatte, begann für die Veranstaltung zu üben und spielte ein Stück eines französischen und eines armenischen Komponisten. Vater und Tochter Fröhlich und Band aus Bad Doberan und Band präsentierten eine starke Auswahl ihres gegenwärtigen Programms. Nach der Veranstaltung meldeten sich weitere Migranten, die 2017 auch gerne mitmachen wollen. Die Begeisterung der Mitwirkenden und des Publikums verdeutlichen mir ein vollkommen anderes Bild als es sich an vielen Stellen in der Gesellschaft zeigt. Fest steht für uns, dass es auch 20017 eine solche Veranstaltung, diesmal am 22.5.2017 geben wird.

Im Sommer wurde durch Prof. Sill ein interkulturelles Theaterprojekt initiiert. Es wird durch den Theaterförderverein und die Ehrenamtsstiftung M-V gefördert. In Zusammenarbeit mit Studenten der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und jugendlichen Migranten einer Berufsvorbereitungsklasse an der Beruflichen Schule in Bockhorst, soll ein Theaterstück und ein Film erarbeitet werden. Eine Kostprobe davon wird beim Welttag der kulturellen Vielfalt zur Aufführung kommen.

Sehr gefreut haben wir uns über den Besuch von Jugendlichen bei einem unserer letzten Konzerte, die sich beim Orchester eine Einführung bestellt hatten. Leider ist das bei den begrenzten Möglichkeiten unseres Theaters nur schwer zu organisieren. Eigentlich wäre das auch ein Angebot für alle, die das wünschen.

Einen starken Eindruck hat die Theaterfahrt nach Greifswald bei den 40 Teilnehmern hinterlassen, mit einer Führung durch die Sonderausstellung „Kopenhagener Malerschule“, einem Treffen mit Vorstandsmitgliedern des Theater-fördervereins „Hebebühne“ und dem Besuch des Tanzabends „Rosen“ im Theater.

Ein Beleg für eine lebendige Mitgliedschaft war für viele von uns der Leserbrief unseres Mitgliedes Frau Dr. Gudrun Schumann aus Bützow. Darin brachte sie nicht nur ihre Begeisterung über das Konzert mit Musik von Tschaikowski,   Mussorgski und Strawinski zum Ausdruck sondern warb auch bei jungen Leuten dafür: Geht mal wieder ins Theater! Für das Schülerkonzert, mit einer kindgemäßen Vorstellung des „Feuervogels“ von Strawinski war zu dem Zeitpunkt noch keine Karte verkauft. Mit 300 Besuchern war es dann sehr gut gebucht.

Ihnen allen danke ich ganz herzlich für Ihre Unterstützung unseres Theaters, viele Begegnungen und eindrucksvolle Veranstaltungen in unserem Theater. Ich freue mich auf ein Wiedersehen im neuen Jahr.

Ihnen wünsche ich ein besinnliches Weihnachtsfest und erholsame Feiertage. Für 2017 wünsche ich uns Frieden auf der Welt, Brüderlichkeit, Zuversicht und Mitmenschlichkeit.

Herzliche Grüße

Heidemarie Beyer


Jahresendbrief 2015

Grafik Scheithauer

Liebe Theaterfreunde,

mit dieser Grafik von Manfried Scheithauer grüße ich Sie ganz herzlich zum Weihnachtsfest. Manfried Scheithauer hat diese Arbeit anlässlich einer Veranstaltung des Theater-Fördervereins, zum „Tag der kulturellen Vielfalt“ am 21.5.2015, als Bühnenbild geschaffen. Zu dem Text von Reinhard Lochner hat er eine jahrtausendealte Felsgravierung vom Yinshan-Gebirge aus der inneren Mongolei/ China, von 10 000 – 6 000 v.u.Z., künstlerisch umgesetzt. Beeindruckend, dass sie nichts an Aktualität verloren hat und sehr gut zu unserer Veranstaltung passte. Wir wollten mit dieser Veranstaltung zeigen, dass wir eine kulturell vielfältige und offene Region sind, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe oder Religion miteinander leben wollen.

Unter  dem Motto TÜR AUF! Theater für Toleranz, Freiheit und Solidarität, wurden Musikstücke, Lieder und Texte zur Aufführung gebracht, von Güstrowern und Migranten, Jungen und Älteren. Es war eine beeindruckende Veranstaltung, die wir im nächsten Jahr gerne wiederholen wollen. Die Grafik von Manfried Scheithauer haben wir als Postkarte drucken lassen. Mit Einverständnis der Künstler dürfen wir sie zugunsten der Arbeit unseres Vereins verkaufen. Dafür danken wir ihnen ganz herzlich.

Durch die Förderung von Klassenfahrten aus der Region konnte wieder zahlreichen Kindern aus dem Landkreis ein Theaterbesuch ermöglicht werden. Darüber hinaus fördern wir Flüchtlingen mit einer Duldung oder einer Aufenthaltsgestattung den Theaterbesuch. Es ist nach jedem Konzert eine Freude in die strahlenden Gesichter dieser Menschen zu sehen.

Auch für die Werbung unseres vielseitigen und anspruchsvollen Theaterprogramms haben wir einiges getan. So wirbt ein Banner, rechts neben der Vorverkaufskasse, für die Philharmonischen Konzerte dieser Spielzeit. Am Busbahnhof gibt es jetzt einen Schaukasten, in dem die aktuellen Veranstaltungen angezeigt werden.

Im Sommer bekamen wir vom Antiquariat am Roßacker ein Buch „Landestheater Güstrow 1938-1942“ angeboten. Es stammt aus dem Nachlass einer Dame, die in dieser Zeit auf unserer Güstrower Bühne stand. Es ist ein aufschlussreiches Dokument aus dieser schweren Zeit, das wir gerne erworben haben.

Darüber hinaus schenkte uns Herr Höffer aus Schleswig-Holstein ein raffiniertes Kleid seiner Frau Luise Schloite-Höffer. Sie hatte es sich für eine Operetten-Aufführung selbst genäht. Es hat alle Umzüge mitgemacht und kehrt nun zurück an den Ort des Ursprungs. Herr Höffer hatte uns schon vor einiger Zeit die Bühnen-Alben seiner Frau überlassen, die wir dem Stadtmuseum übergeben haben. Nun wollen wir beide eindrucksvollen Belege des Theaterlebens unserer Stadt, im Rahmen unserer Mitgliederversammlung im Frühjahr 2016, an das Museum übergeben.

Ich wünsche Ihnen allen ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest. Für 2016 wünsche ich uns Frieden auf der Welt, Brüderlichkeit und Mitmenschlichkeit.

Ihnen persönlich wünsche ich Gesundheit und Lebensfreude und dass wir uns auch im neuen Jahr im Theater begegnen.

Viele Grüße

Heidemarie Beyer


Jahresendbrief 2014

Lübzin, 2014-12-12

Liebe Freunde und Förderer des Ernst-Barlach-Theaters,

mit diesem winterlichen Foto unseres Ernst-Barlach-Theaters sende ich Ihnen die bTheater im Winteresten Wünsche zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2015.
Wieder geht ein Jahr zu Ende und gibt uns Gelegenheit, die Ereignisse dieses Jahres Revue passieren zu lassen.
So konnten wir im März unser Buch „185 Jahre Theater Güstrow“ der Öffentlichkeit präsentieren. Viele der Autoren, die dieses Buch mit ihren Beiträgen bereichern, waren anwesend. Auch unser Landrat, Sebastian Constien, zeigt mit seiner Anwesenheit die Verbundenheit mit unserem Theater.
Die vielen Beiträge von Theaterfreunden illustrieren die Geschichte unseres Theaters sehr lebendig. Ganz sicher ist es auch ein interessantes Weihnachtsgeschenk. Erwerben können Sie es für 7,90 € an der Theaterkasse oder über mich. Ich schicke es Ihnen gerne auch zu.
Mit den Einnahmen aus dem Verkauf des Buches fördern wir Veranstaltungen für Kinder und übernehmen Fahrkosten für Kinder aus dem ländlichen Bereich, um ihnen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Glücklicherweise konnten wir so den Theaterbesuch von Schulklassen aus Bad Doberan, Lalendorf, Bützow, Laage und Staffenhagen fördern.
Wir verstehen unser Ernst-Barlach-Theater nicht als Konkurrenz zum Volkstheater Rostock sondern als Ergänzung, deshalb ist uns sehr daran gelegen, das Angebot unseres Theaters im ganzen Großkreis Rostock bekannt zu machen. Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, die Bedingungen für den Kartenvorverkauf zu erleichtern. Seit der neuen Spielzeit können Theaterkarten nun auch online gebucht werden, mit erfreulich gutem Ergebnis.
Das freut uns natürlich sehr, heißt aber nicht, dass die bewährten Möglichkeiten der Theaterkasse, mit der individuellen Beratung dadurch in irgendeiner Weise infrage gestellt würden.
Einer Lösung des seit langem, von älteren Theaterbesuchern, geäußerten Wunsch nach einem Handlauf am Eingang zur Theaterkasse und am Haupteingang, sind wir ein Stück näher gekommen. Es gibt jetzt konkrete Lösungsansätze, die nicht mit der Denkmalpflege in Konflikt kommen, für Ältere Theaterbesucher aber auch für Kinder eine erhebliche Erleichterung schaffen.
Auf einer Webseite unseres Vereins, die in Kürze fertiggestellt wird, wollen wir die Arbeit unseres Vereins zukünftig transparenter machen und über aktuelle Projekte Informieren. Sie finden uns im Internet dann unter: www.theaterfoerderverein-guestrow.de
Wie im vergangenen Jahr, gab es auch in diesem Jahr wieder ein Benefiz-Konzert, zur Förderung des Theaterbesuchs von Kindern durch das Engagement unseres Mitgliedes Hildegard Steinecke. Gleichzeitig war das auch unser Beitrag zum Brinckman–Jubiläum. Chöre der Region waren aufgerufen plattdeutsche Lieder, unter der bewährten Moderation von Klaus-Jürgen Schlettwein zur Aufführung zu bringen. Unter Beteiligung des „Kleinen Chores Güstrow“, des „Männerchores Laage“, des Chores „die Brücke“, Gabys Schulchor Laage, des Chores des Brinkman-Gymnasiums und Schulchören der Fritz-Reuter-Schule Güstrow wurde ein vielfältiges Programm geboten.
Die Begeisterung der Kinder brachte uns auf die Idee, im nächsten Jahr ein Benefiz-Konzert ausschließlich mit Schulchören zu bestreiten. Für Kinder aus den ländlichen Regionen ist es gewiss ein besonderes Erlebnis, auf der Bühne im Rampenlicht der Scheinwerfer unseres Theaters, ihr Programm zur Aufführung zu bringen. Vielleicht entdecken dann ja auch manche begleitende Eltern den besonderen Reiz unseres Theaters.
Natürlich nehmen wir auch Anteil an der Theaterdiskussion im Land und stehen im Austausch mit den anderen Theatern. Bei allen Diskussionen um Strukturveränderungen im Osten des Landes, stellt sich natürlich die Frage: Wo bleiben wir? Diese Frage ist eindeutig geklärt. Wir werden weiterhin durch die Neubrandenburger Philharmonie bespielt. Das war nie infrage gestellt. Der bisher bestehende Kooperationsvertrag, der für unser Theater günstige Bedingungen absichert, bleibt auch in Zukunft bestehen.
Ich denke, so können wir ganz zuversichtlich dem neuen Jahr entgegensehen und uns auf ein anspruchsvolles Musik- und Theater-Programm freuen.
Ich wünsche Ihnen besinnliche, erholsame und entspannte Weihnachtstage.
Für 2015 wünsche ich Ihnen und uns allen, dass in den Konflikten der Krisenregionen, Dialog und Entspannung zum Tragen kommen und Lösungen gefunden werden, die zur Befriedung beitragen.
Ihnen persönlich wünsche ich, Gesundheit und Lebensfreude und dass wir uns auch im neuen Jahr hin und wieder im Theater begegnen.

Viele Grüße

Heidemarie Beyer